Es fehlt ein Ei… und nun?

Heute ist mal wieder etwas passiert, was vielleicht jeder/m von Euch schonmal passiert ist:

Es ist Sonntag, man möchte spontan etwas backen und dann fehlt eine Zutat.

Bisher gab es bei mir nur 2 Möglichkeiten: entweder Herr oder Frau Nachbar konnten aushelfen oder ich musste kapitulieren und das Backen auf einen anderen Tag verschieben. Letzteres ist natürlich absolut unbefriedigend und macht nicht unbedingt glücklich.

Heute war es dann mal wieder so weit: ich wollte spontan meine neu erstandenen Silikonförmchen für Mini-Gugl einweihen und leckere Schoko-Törtchen backen. Zack: keine Eier im Haus, Nachbarn nicht da, Kiosk hat keine Eier. Was tun? Recherchieren, recherchieren, recherchieren. Dabei sind mir so viele Tipps untergekommen, wie ich es nicht gedacht hätte und ich habe vor lauter Lesen fast vergessen zu backen.

Nun aber möchte ich Euch die besten Tipps zusammengefasst auflisten – damit uns Sonntags so etwas nicht mehr passieren kann!

Eier
Wofür sind Eier im Teig wichtig?
Eier binden den Teig und sorgen dafür dass der Kuchen schön locker, stabilisiert und gebunden wird. Eier lassen sich prima gegen Natron austauschen (Natron: ½ TL auf 100g Mehl). Das habe ich im untenstehenden Rezept ausprobiert und es hat super geklappt (Achtung: siehe unten: feuchte gegen trockene Zutaten austauschen). Was auch funktioniert ist Essig (Essig: 1 EL für ein Ei). Den typischen sauren Essiggeschmacl schmeckt man nach dem Backen nicht mehr. Wer es fruchtig und bananig mag kann auch eine kleine Banane fein püriert für 1 Ei verwenden. Funktioniert super, schmeckt aber eben nach Banane.
Ein mittlerweile üblicher Ersatz (vegan) ist Ei-Ersatzpulver aus dem Reformhaus oder Bioladen.

Mehl
Mehl sollte nur zu kleinen Teilen ersetzt werden – also zB wenn zu wenig Mehl im Haus ist. Dann kann man es prima mit gemahlenen Nüssen ersetzen! Haferflocken sind auch als Ersatz geeignet.

Zucker
Ein prima Ersatz für Zucker ist Stevia – allerdings hat man dies auch nicht zufällig im Haus, es sei denn man backt eh gern mit Stevia. Ich habe auch gelesen dass man Zucker durch Honig und Süßstoff ersetzen kann, leider weiß ich nicht in welchem Verhältnis und wie das Ergebnis am Ende schmeckt.

Butter
Butter besteht im Prinzip zu ca 80 % aus Öl und zu 20 % aus Wasser, so kann man Butter beim Backen problemlos durch Öl und Wasser ersetzen. Also kann man bspw. 50 g Butter durch 40 g Öl und 10g Wasser ersetzen (Rechenformel: x g Butter mal 80 %). Wer den Buttergeschmack nicht missen möchte kann Albaöl benutzen! Olivenöl sollte man beim Backen meiden, da es einen sehr eigenen Geschmack hat und im Teig oft bitter schmeckt. Butter und Margarine kann man quasi ohne Probleme 1:1 gegeneinander austauschen.

Milch
Milch lässt sich gut gegen Sojamilch tauschen – aber da sind wir wieder beim Sonntagsproblem… Man kann man die Milch auch gut 1:1 durch Wasser (gut ist Mineralwasser, da wird der Teig schön locker) austauschen! Säfte funktionieren auch und machen den Teig fruchtig, was ja auch mal ganz lecker sein kann.

Was  N I C H T  funktioniert
Vanillinzucker statt Vanillezucker (Vanillinzucker ist mit künstlichem Aroma und hat nichts mit Vanille zutun).
Fettarme Milch statt Vollmilch; Vollmilch statt Sahne; Quark statt Frischkäse – das ist eine Sache des Fettgehaltes, der sehr wichtig beim Backen ist. Also besser nicht versuchen gegenseitig zu ersetzen. Es funktioniert nur wenn Zutat und Ersatzzutat einen ähnlichen Fettgehalt haben.

Feuchte gegen trockene Zutaten austauschen
Generell ist wichtig, dass feuchte Zutaten auch gegen feuchte Zutaten ausgetauscht werden und trockenen gegen trockene. Ansonsten bekommt man ein Problem mit der Konsistenz des Teiges. Bei meinem Mini Schoko Gugl Rezept habe ich ja die Eier (feucht) gegen Natron (trocken) getauscht. Somit musste ich noch Milch hinzugeben. Das hat auch alles prima geklappt! Der Teig ist lecker wie immer und sehr locker geworden. Nun für Euch das Rezept – viel Spaß beim Nachbacken!

Mini Schoko Gugl Rezept (6 Stk.)
– ohne Eier –

Minigugl1

Zutaten
• 50 g Butter
• 80 g Zucker
• 1 Päckchen Vanillezucker oder Mark einer Vanilleschote
• 100 g Mehl
• ½ TL Natron
• ½ getrichener TL Backpulver
• 6 gestrichene TL Backkakao
• 100 ml Milch
• etwas Puderzucker zur Deko

Den Ofen bei 180C Ober- Unterhitze vorheizen.
Alles mit dem Mixer zu einer glatten Masse verrühren.
Die Förmchen ca. 3/4 voll füllen und auf mittlerer Schiene ca. 20min. backen. Nun kurz abkühlen lassen, die Törtchen auf einem Kuchengitter stürzen und komplett auskühlen lassen. Zum Schluss mit etwas Puderzucker besträuben. Fertig!

Minigugl2

Bitte schreibt Eure Erfahrungen dazu in die Kommentarbox!
Habt iht gute oder schlechte Erfahrungen mit dem Ersetzen von Zutaten gemacht?
Habt ihr andere Tipps bzw. andere Ersatzzutaten, welche zu empfehlen sind?

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31 Antworten zu “Es fehlt ein Ei… und nun?

  1. Genialer Bericht xD
    Ich nehm mir immer super motiviert vor zu backen, dann schau ich das Rezept an und dann gehts meistens so weiter „Ohh mehr als Eier,Butter und Mehl ? Nee lieber nicht. Soviel Schokolade ? Ach da werd ich doch nur dick…“
    Also ich kann backen, bin nur sehr backfaul 😀
    Aber dein Bericht ist wirklich sehr aufschlussreich und schön geschrieben. Find ich klasse, dass du uns da teilhaben lässt 🙂

  2. DANKE für diese Übersicht! Das wollte ich auch schon alles mal googlen, seitdem ich von der veganen Bäckerei „Babycakes“ in NYC gelesen habe. Die tauschen ja irgendwie fast alles aus und es soll angeblich trotzdem lecker sein. Die meisten deiner Tipps habe ich sogar schon mal angewandt, aber ohne nachzulesen, sondern einfach aus Gefühl oder weil ich gerne experimentiere. 🙂 Habe in einem Kuchen die Eier auch mal komplett weggelassen (hatte ebenfalls ein Sonntagsproblem) und es hat prima geklappt! Das mit dem Natron versuche ich nächstes Mal aber trotzdem. 😉

    Beste Grüße
    Rehlein von bambi backt

  3. Echt toll! Das sind Supertips. Mir hat neulich Stärke gefehlt. Ich habe sie einfach weggelassen und etwas mehr Mehl genommen. Freue mich schon sehr auf weitere spannendes Posts von dir!
    Viele Grüße

  4. Hey, das ist ja superinteressant! Schön, dass du dir die Mühe gemacht hast, um das alles zusammenzutragen… weiter so 🙂

    Liebste Grüße, Sani

  5. Der klops ist mir an Weihanchten passiert… Ich wollte Kuchen backen und hatte die Buter schonmal rausgestellt, damit sie schnell weich wird. Ich mixe und rühre und knete also, stelle den kuchen in den Ofen und merke, dass ich die butter vergessen habe… Drama, Drama! Der Kuchen hat sch… geschmeckt…. 😦 Obwohl meine Familie mich trösten wollte von wegen „ach, merkt keiner, dann ist er nicht so fettig“, wanderte er dann doch in den müll.

  6. Toll, dass du das mal ansprichst! Ich backe nie mit Eiern und finde es etwas schade, dass viele glauben, Eier seien unerlässlich.
    Wie schon oben irgendwo geschrieben wurde, kann man in einem Rezept, das bis zu 2 Eier verlangt, diese getrost weglassen. Man soll dann einfach noch etwas Flüssigkeit zugeben, bis die Konsistenz stimmt.
    Bezüglich des Essigs: das funktioniert nur, wenn man zudem Backpulver verwendet, da dieses und der Essig eine chemische Reaktion beim Backen eingehen!
    Apfelmus kann man auch verwenden, oder Stärke, etwas mehr Mehl+Öl… das sind aber nur einige von etlichen Varianten!

    Liebe Grüsse,
    Manon

  7. Statt Eiern kann man auch Sojamehl verwenden, das weiß ich von Veganer-Rezepten: Pro Ei ein Esslöffel Sojamehl – das bindet ebenso gut und hat auch den Proteingehalt, aber pflanzlich.

  8. Noch was:
    Natron ist ja in vielen amerikanischen Rezepten für Kuchen, in denen im Verhältnis zum Mehl wenig Eier sind. Aber ich finde, es bleibt ein seifiger Nachgeschmack. Wenn ich es verwende, dann immer halb Backpulver und halb Natron. Dazu finde ich den Tipp mit dem Essig interessant.

  9. Ich backe seit ein paar Monaten vegan, vorher ganz normal, und habe festgestellt, dass man einfach etwas kreativ sein muss um den ‚perfekten‘ Ersatz zu finden. Falls man sich mal verschätzt hat, weiß man es beim nächsten Mal besser und kann die Dosierung optimieren. Außerdem kommt es immer auf die Art des Gebäcks an und die anderen Zutaten. Sojamehl ist ein verlässlicher Ersatz, ohne geht es aber auch. Die Konsistenz des Teiges ist für mich meistens der größte Hinweis, ob ich noch etwas ergänzen muss oder nicht.

    Liebe Grüße,
    Aileen

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